Déjà-lu?


Mörderisches Fest

Notiz / 16. Dezember 2020

Das Fest der Liebe – überraschend anders!

Feiertagsputz

Es war zwar gewohnt hektisch vor den Feiertagen, trotzdem schaute Lisa noch mit einer Tüte selbst gebackenen Haselnussmakronen auf einen Kaffee bei ihrer Nachbarin Susanne vorbei. Sie staunte, als sie die picobello aufgeräumte Wohnung betrat. Die blitzte vor Sauberkeit – nur das Beil, das im Flur lag, irritierte etwas. „Du bist aber fleißig! Hast du etwa schon den Tannenbaum entstielt?“, fragte Lisa.
„Ja, genau“, antwortete Susanne.
„Was für eine gute Idee! Wir denken daran immer erst in letzter Sekunde. Sag mal…Warum ist denn hier drinnen alles abgeklebt? Wollt ihr etwa vor den Feiertagen noch streichen?“
„Möglicherweise“, sagte Susanne.
„Wie fleißig! Und was machen die vielen verknoteten Müllbeutel vor dem Haus?“
„Ich habe ausgemistet.“
„Ach, das müsste ich auch mal machen“, sagte Lisa und nahm einen Schluck Kaffee. „Und sag mal – wo steckt eigentlich Theo?“

Zwielichtig

Ellen seufzte beglückt. Wunderschön würde der Garten aussehen, wenn endlich die Weihnachtsbeleuchtung angebracht war! Tausend bunte Lichter, dazu die Rentiere auf dem Dach und der Schlitten vor der Haustür … Da hatte Hans sich wirklich mal was Tolles überlegt! Damit hatte sie nicht gerechnet, denn ihm als Elektriker war sonst so sehr am Stromsparen gelegen. Wie wunderbar, dass er ihr diese Freude machen wollte. Den ganzen Tag lang hatte er die Lichter montiert. Und sie durfte jetzt als krönenden Abschluss den Stecker reinstecken, sozusagen mit der Schere das rote Band zerteilen. Eine tolle Idee, oder? Ellen ergriff den Stecker und…
Den Knall erlebte sie nicht mehr. So sah sie leider nicht, dass für einen Moment der ganze Garten wirklich wunderschön erleuchtet war.

Atemlose Überraschung

Eigentlich hatte Sabine gar keine Überraschung zum Hochzeitstag von ihrem Gatten erwartet. Noch nie hatte er ihr etwas geschenkt, seit zehn Ehejahren nicht! Er sagte immer, er sei nicht der Typ dafür. Er verachtete all den überflüssigen Konsum und Kommerz, vor allem jetzt rund um Weihnachten. Daran hatte sie sich gewöhnt, sie schenkte ihm schließlich auch nichts. Und dann so etwas! Als sie den Adventskranz angezündet hatte, war er plötzlich mit diesem Geschenk gekommen. Eine riesige Tüllschleife war darum gewickelt und auf dem Geschenkanhänger stand: „Für Sabine“.
„Das wäre wirklich nicht nötig gewesen“, hauchte sie, als sie den wunderschönen Seidenschal aus der glitzernden Schachtel zog.
„Doch, es war höchste Zeit.“ Ihr Gatte lächelte und legte ihr von hinten den Schal um den Hals.
„Nicht so fest“, zwitscherte sie noch, bevor sie das Bewußtsein verlor.

Alle gefunden in; „Kleines Adventsbuch. Draußen ziehen dunkle Schatten…24 weihnachtliche Kurzkrimis.“ Coppenrath Verlag 2020.

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